Der Kaffee ist ein kostbares Handelsgut
Kaffee gehört weltweit zu den bedeutenden Handelsgütern und wird von den Produktionsländern in zahlreiche Märkte exportiert.
| Südamerika | ca. | 91 Millionen Sack |
| Afrika | ca. | 23 Millionen Sack |
| Nord- und Zentralamerika | ca. | 17 Millionen Sack |
| Asien und Ozeanien | ca. | 56 Millionen Sack |
| Übrige Länder | ca. | 2 Millionen Sack |
| Total | ca. | 189 Millionen Sack |
In der Praxis wiegt ein Sack zwischen 45 und 70 kg. Statistische Bewertungen wie hier basieren auf einem Gewicht von 60 kg pro Sack.
Von dieser Weltproduktion gelangen in der Regel etwa 110 Mio. Sack zum Export. Der Rest ist für den Eigenkonsum in den Produktionsländern bestimmt oder wird gelagert.
Die angegebenen Zahlen sind Mittelwerte. Die aktuellen Zahlen finden Sie hier als PDF.

Wie Edelsteine präsentieren sich hier die feinen Arabica-Bohnen.

Handel
Wege des Kaffees im Kaffeehandel
Die Grafik zeigt den Normalfall im Ablauf des täglichen Kaffeegeschäftes. Dabei werden nicht zwingend alle Stationen durchlaufen. Ein Exporteur kann durchaus eigene Pflanzungen und eine Aufbereitungsanlage besitzen und die entsprechenden Arbeiten im Ursprungsland vornehmen.
- Pflanzer
- Aufbereitung (Sammelplatz)
- Exporteur / Cooperative
- Handel / Kaffeebörsen in New York und London
- Importeur
- Kaffeeröster
- Konsument
Der internationale Kaffeehandel
Aus den Hauptproduzentenländern wird der Kaffee in alle Welt verschifft. Rohkaffeevorräte lagern in fast allen grossen Hafenstädten der Welt. Die heutigen Kaffeebörsen werden elektronisch geführt, wobei die administrative Verwaltung der täglichen Transaktionen mehrheitlich für Arabica-Kaffee in New York und für Robusta-Kaffee in London stattfindet.
Preisschwankungen gehören im Kaffeehandel zum Alltag und haben, abgesehen von unvermeidbaren Umwelteinflüssen, im Grossen und Ganzen folgende Ursachen:
Seit sich neuerdings auch die Anbauländer, allen voran das Riesenland Brasilien, eines zunehmenden Eigenkonsums erfreuen, hat die Nachfrage zugenommen. Verstärkt wird diese Entwicklung noch durch das wachsende Interesse am Kaffee in Ländern mit bislang wenig entwickelter Kaffeekultur. Was natürlich im Börsengeschehen nicht ohne Wirkung blieb.
Die von der Börse genau definierte Basisqualität für Rohkaffee dient als allgemeiner Richtwert im Kaffeehandel. Abweichungen davon äussern sich in der Differenz zum aktuellen Börsenpreis: dem sogenannten Differential – wichtige Komponenten im börsenbetonten Rohkaffeehandel.
Je nach Rohkaffeequalität und Ursprungsland ist zu dem Börsenpreis ein Zu- oder Abschlag zu bezahlen.
Der internationale Kaffeehandel wird ausschliesslich in US-Dollar abgewickelt. Unabhängig vom Börsenpreis sorgt ein höher bewerteter Dollar für teuren Kaffee.
Neben dem Wert des Kaffees bestimmen auch Zusatzkosten für Rohöl, Transport, Versicherungen etc. den Endpreis für den Käufer. In den vergangenen Jahren wurden von diversen Organisationen Unterstützungsprojekte ins Leben gerufen, um den Kaffeeproduzenten ein stabileres Einkommen zu sichern.
Transport
Der Kaffee kommt auf die hohe See
Auf die grünen Bohnen wartet eine lange Reise und eine ganze Reihe weiterer Verarbeitungsschritte in den Konsumentenländern.
In Säcken wird der Rohkaffee in die Container verfrachtet und so zur Verschiffung bereitgestellt. Im Hafen angekommen, werden die Kaffeesäcke vom Lastwagen in die Container umgeladen. Der Container wird auf den Lastwagen geschoben und zum Frachtschiff gefahren.
Heute wird der Rohkaffee auch aus den Säcken in eine Wanne geleert, mit einem Rohr abgesogen und in die Container geblasen. Diese werden vorher mit Kunststofffolien, Jute oder mit einem kompakten, auf die Containermasse angefertigten Grossgebinde ausgekleidet. Man spricht auch von «Bulk-Verschiffung».
Import
Über diese Seewege kommt der Kaffee aus den verschiedenen Produktionsländern in die Schweiz.
Import und Verbrauch in der Schweiz
Die Schweiz importierte 2025 rund 202’000 Tonnen Rohkaffee. Davon wurden etwa 142’000 Tonnen in der Schweiz veredelt und als löslicher Kaffee, entkoffeinierter Kaffee oder Röstkaffee wieder exportiert. Der Inlandverbrauch belief sich auf rund 60’000 Tonnen Rohkaffee. Der Durchschnitt der drei vorangegangenen Jahre lag bei rund 84’000 Tonnen.
Kaffee hat auf den Menschen eine stimulierende, positive Wirkung und ist auch in Zeiten des Mangels ein unentbehrliches Gut.
Kaffee gehört in der Schweiz zu den lagerpflichtigen Nahrungsmitteln. Die Pflichtlager dienen dazu, die Versorgung in Krisen und Mangellagen sicherzustellen. Für Kaffee entspricht die aktuelle Bedarfsdeckung drei Monaten.
Für den Import von Kaffee ist ab einer bestimmten Menge eine Generaleinfuhrbewilligung (GEB) von réservesuisse erforderlich.
Mit rund 9 kg Rohkaffee pro Kopf und Jahr gehört die Schweiz auch mengenmässig zu den Ländern mit hohem Kaffeekonsum.
| Pro-Kopf-Verbrauch von Rohkaffee* | |||
| Finnland | 12 kg | Österreich | 6 kg |
| Norwegen | 10 kg | Italien | 6 kg |
| Island | 9 kg | Brasilien | 6 kg |
| Dänemark | 9 kg | Deutschland | 6 kg |
| Niederlande | 9 kg | Griechenland | 6 kg |
| Schweden | 9 kg | Frankreich | 6 kg |
| Schweiz | 9 kg | Libanon | 5 kg |
| Kanada | 7 kg | Spanien | 5 kg |
*Richtwerte pro Jahr


Wirtschaftliche Zusammenhänge
Quelle: ICO, USDA/FAS, Statista
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