Eine edle Pflanze
Arabica und Robusta: die zwei wichtigsten Kaffeearten
Nur zwei von über 80 Kaffeebaum-Arten haben heute noch eine Bedeutung:
Rund 55 % der weltweiten Kaffeeproduktion stammen von Arabica. Der Arabica-Kaffeebaum gedeiht besonders gut in Höhenlagen zwischen 600 und 2’000 Metern über Meer. Angebaut wird er vor allem in Mittel- und Südamerika sowie an der Ostküste Afrikas. Die Kaffeekirschen reifen während 7 bis 8 Monaten. Nach der Ernte werden die Bohnen meist nass aufbereitet, auch als gewaschene Aufbereitung bezeichnet.

Arabica-Kaffee ist sehr aromatisch und mild und hat einen runden, angenehmen Geschmack.
Robusta macht rund 45 % der weltweiten Kaffeeproduktion aus. Der Robusta-Kaffeebaum wächst schneller, liefert höhere Erträge und ist widerstandsfähiger gegen Hitze und Schädlinge als Arabica. Er wird vor allem in tieferen Lagen bis etwa 600 Meter über Meer angebaut, insbesondere in den tropischen Regionen Afrikas und Asiens. Die Kaffeekirschen reifen während 9 bis 11 Monaten. Nach der Ernte werden die Bohnen meist trocken aufbereitet, also durch Trocknung.

Robusta-Kaffee hat einen kräftigeren, herberen Geschmack und eignet sich besonders gut für Espresso-Mischungen.
Die Kaffeepflanze ist ein «Evergreen»
Der Kaffeebaum ist immergrün und an seinen länglichen, dunkelgrünen Blättern erkennbar. Je nach geografischer Lage und den jeweiligen klimatischen Bedingungen kann die Blüte zu unterschiedlichen Zeiten im Jahr erfolgen. In grossen Anbauländern wie Kolumbien ist sie nahezu das ganze Jahr über möglich.
Alle Entwicklungsstadien von der Blüte bis zur reifen, purpurroten Kirsche am selben Zweig.
Kaffeeanbau
Der Kaffeebaum ist ein Tropengewächs, das in Ländern mit heissem und feuchtem Klima gedeiht, bei Durchschnittstemperaturen von 18 bis 22 °C. Kaffee wird in rund 90 Ländern angebaut. Die Hauptanbaugebiete liegen in einem Gürtel bis zum 24. Breitengrad nördlich und südlich um den Äquator, also ziemlich genau zwischen den Wendekreisen des Krebses und des Steinbocks. Diese tropische Zone wird auch als Kaffeegürtel bezeichnet. Hier wächst der Kaffeebaum am besten zwischen 600 und 1’200 m ü. M. Der sehr begehrte Hochlandkaffee wächst auf 1’600 bis 2’000 m ü. M. und wird als Hochlandkaffee (Strictly high grown) bezeichnet.
Anbau – Vom Samen zum Baum
Vom Samen zum Baum: ein Naturwunder
Eine Kaffeekirsche enthält in der Regel zwei Kaffeebohnen. Nur die allerbesten Kaffeekirschen werden ausgelesen und vom Fruchtfleisch getrennt, damit sie in der Erde zu keimen beginnen.
Nach ca. 10 Wochen keimen die jungen Kaffeeschösslinge. Nachdem sie eine Höhe von 5 bis 10 cm erreicht haben, werden sie einzeln in hohe Töpfe oder Plastiktüten eingepflanzt und in Baumschulen weitergepflegt.
Nach ca. 4 bis 5 Monaten sind die Pflanzen etwa 30 bis 40 cm hoch und werden in die Plantagen verpflanzt, damit sie zu jungen Bäumen heranwachsen.
Der Kaffeebaum blüht erstmals im Alter von etwa 3 Jahren. Die erste Ernte erfolgt in der Regel im 4. Jahr und fällt noch eher bescheiden aus. Erst ab dem 5., 6. oder 7. Jahr kann mit einem normalen Ertrag gerechnet werden. Das gilt auch wirtschaftlich: In den ersten Jahren müssen die Produzenten zunächst beträchtliche Investitionen tätigen, bevor ein entsprechender finanzieller Ertrag erzielt werden kann.




























